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Hintergrundwissen

Deepfakes erkennen: wenn Stimme, Foto oder Video keinen Beweis mehr liefern

Künstliche Intelligenz kann heute nicht nur Stimmen klonen, sondern auch täuschend echte Fotos und Videos erzeugen. Das verändert, wie vorsichtig Sie bei Anrufen, Nachrichten und Video-Chats sein sollten.

Grundlagen

Wie funktionieren Deepfakes bei Ton, Bild und Video?

  • Ton: Schon wenige Sekunden einer echten Aufnahme, etwa aus einem Social-Media-Video, reichen aus, um eine Stimme nachzubilden. Mehr dazu auf der Seite Enkeltrick mit geklonter KI-Stimme.
  • Bild: KI kann gefälschte Fotos erzeugen, etwa als angebliches „Beweisfoto" bei einer Notlage oder als gefälschtes Profilbild bei Liebesbetrug. Solche Bilder lassen sich oft kaum vom Original unterscheiden.
  • Video: Auch kurze Video-Nachrichten oder, seltener noch, Video-Anrufe lassen sich mit ausreichendem Ausgangsmaterial täuschend echt nachbilden. Das betrifft etwa angebliche Video-Grüße von Angehörigen in einer Notlage.
Warnzeichen

So erkennen Sie einen Deepfake

  • Die Situation drängt zur Eile, bevor Sie nachdenken oder nachfragen können.
  • Bild oder Video wirken leicht unnatürlich: seltsame Lichtreflexe, ungewöhnliche Mimik, abgehackte Bewegungen.
  • Der Kontakt findet nur einseitig statt, ein echtes Gespräch oder eine Rückfrage wird vermieden.
  • Das Material kommt unerwartet und ohne vorherige Ankündigung über einen ungewohnten Kanal.
  • Am Ende steht eine Bitte um Geld, Daten oder eine schnelle Entscheidung.
Was tun?

So gehen Sie sicher mit Deepfakes um

  1. Nicht allein auf Stimme, Foto oder Video vertrauen, all das lässt sich heute täuschend echt nachbilden.
  2. Über einen zweiten, bekannten Kanal gegenprüfen, etwa per Rückruf unter der gespeicherten Nummer.
  3. Eine Kontrollfrage stellen oder ein vorher vereinbartes Codewort nutzen.
  4. Sich Zeit nehmen, bevor Sie Geld überweisen oder Daten weitergeben, egal wie echt die Situation wirkt.
  5. Mit einer Vertrauensperson sprechen, bevor Sie handeln.
Wichtig: Eine vertraute Stimme, ein bekanntes Gesicht oder ein echt wirkendes Video sind heute kein Beweis mehr. Verlassen Sie sich auf Rückruf über einen bekannten Kanal und ein gemeinsames Codewort.

Häufige Fragen zu Deepfakes

Wie aufwendig ist es, einen Deepfake zu erstellen?

Für Stimmen reichen oft schon wenige Sekunden öffentlich verfügbaren Materials, etwa aus einem Social-Media-Video. Für Bilder und kurze Videos ist der Aufwand etwas höher, aber frei verfügbare KI-Werkzeuge machen auch das zunehmend einfach.

Wie kann ich einen Deepfake im Video-Anruf erkennen?

Achten Sie auf unnatürliche Lichtreflexe, abgehackte Bewegungen oder eine Mimik, die nicht ganz zur Stimme passt. Bitten Sie die Person, eine ungewöhnliche Bewegung zu machen, etwa sich zur Seite zu drehen, das ist für Echtzeit-Fälschungen schwer nachzubilden.

Reicht ein Codewort auch gegen Bild- und Video-Fälschungen?

Ja. Ein vorher vereinbartes, geheimes Codewort funktioniert unabhängig vom Medium, da es nicht aus öffentlich verfügbarem Material erschlossen werden kann.

Mehr zum Thema

Die konkrete Anwendung bei Telefonbetrug finden Sie auf der Seite Enkeltrick mit geklonter KI-Stimme. Weitere aktuelle Maschen finden Sie auf der Seite Aktuelle Betrugsmaschen. Testen Sie Ihr Wissen im kostenlosen Übungspostfach.