Ältere Menschen vor Telefonbetrug und Phishing schützen
Diese Seite wirkt am besten, wenn Sie sie zusammen mit Ihren Eltern oder Großeltern durchgehen. Auf Augenhöhe, nicht belehrend. Üben Sie anschließend gemeinsam im kostenlosen Phishing-Quiz.
Locker ins Gespräch einsteigen
Nicht mit „Achtung, Gefahr!" beginnen. Besser: „Mir kam neulich eine komische SMS. Kennst du sowas auch?" So entsteht ein Austausch unter Gleichen statt einer Belehrung, und die Gegenseite muss sich nicht verteidigen.
Phishing-Warnzeichen gemeinsam lesen
Im Bereich „Lernen" zusammen durchgehen und nach eigenen Erlebnissen fragen. Es geht nicht darum, alle 6 Warnzeichen auswendig zu lernen, sondern ein Gefühl dafür zu bekommen, wann etwas insgesamt seltsam wirkt.
Phishing-Mails erkennen gemeinsam üben
Erst raten lassen, dann gemeinsam die Auflösung lesen. Fehler sind ausdrücklich erlaubt, das Übungspostfach speichert nichts und bewertet niemanden. Wiederholen Sie die Übung gerne mehrfach, jede Runde zeigt 6 neue, zufällige Beispiele.
Merkkarte gegen Betrug ausfüllen und aufhängen
Tragen Sie zusammen Ihren Namen und Ihre Nummer als Vertrauensperson ein, und vereinbaren Sie dabei gleich ein gemeinsames Codewort für den Notfall. Hängen Sie die Karte sichtbar in der Nähe des Telefons auf, damit sie im Zweifel sofort griffbereit ist.
Worauf Sie im Gespräch achten sollten
- Tempo herausnehmen. Lieber weniger Stoff, dafür verständlicher.
- Fachbegriffe vermeiden. „Phishing" einmal erklären, danach von „falschen Nachrichten" sprechen.
- Keinen Eindruck von Leichtgläubigkeit erwecken. Betonen: Diese Betrüger täuschen auch jüngere Menschen.
- Eine klare Abmachung treffen: „Wenn etwas seltsam ist, ruf mich einfach an, egal wann."
Die wichtigste Botschaft
Viele Betroffene handeln aus Scham allein und melden sich zu spät. Nehmen Sie diese Scham von vornherein weg: „Nachfragen ist nie peinlich, und lieber einmal zu oft." Wer weiß, dass jederzeit jemand erreichbar ist, fällt seltener auf Druck herein.
Wenn sich jemand nicht überzeugen lässt
- Nicht auf einmal alles vermitteln wollen. Eine einzige, leicht merkbare Regel wie „immer auflegen und zurückrufen" wirkt oft besser als eine lange Liste.
- Widerstand ernst nehmen, statt zu drängen. Häufig steckt die Sorge dahinter, als hilflos oder nicht mehr selbstständig zu gelten.
- Das Thema als Schutz der Selbstständigkeit rahmen, nicht als deren Einschränkung: Wer die Maschen kennt, bleibt unabhängiger, nicht abhängiger.
- Es später noch einmal versuchen. Ein aktueller Nachrichtenbericht über eine Betrugsmasche ist oft ein leichterer Einstieg als ein erneuter direkter Hinweis.
Aktuelle Betrugsmaschen im Überblick
Gehen Sie gemeinsam durch, welche Maschen gerade kursieren. Schockanruf und Enkeltrick sind die häufigsten gegen ältere Menschen, aber auch die anderen lohnen einen Blick.