souverän im netz
Telefonbetrug erkennen

Schockanruf: angeblicher Notfall in der Familie und was Sie tun können

Beim Schockanruf ruft jemand weinend und verzweifelt an und gibt sich als Angehöriger in einer Notlage aus. Erfahren Sie, wie diese Masche abläuft und wie Sie sich schützen.

So läuft die Masche ab

Wie funktioniert der Schockanruf?

  1. Der Anruf kommt an, oft mit unbekannter Nummer: Eine weinende Stimme gibt sich als Enkelin, Sohn oder Freund aus.
  2. Die Notlage wird geschildert: Angeblich sei ein schlimmer Unfall passiert, jemand sitze im Gefängnis oder brauche sofort eine Kaution.
  3. Eine zweite Stimme verstärkt den Druck: Manchmal meldet sich eine weitere Person als „Arzt" oder „Anwalt". Mit KI lässt sich die Stimme von echten Angehörigen täuschend genau nachahmen.
  4. Geld und Schweigen werden gefordert: Es soll sofort Bargeld, Gold oder eine Überweisung erfolgen, und Sie sollen niemandem davon erzählen.

Diese Masche ähnelt stark dem Enkeltrick: Beide spielen mit der Angst um einen Angehörigen und dem Druck, sofort zu handeln.

Warnzeichen

So erkennen Sie den Schockanruf

  • Extreme Eile und Druck: „Sofort", „keine Zeit", „die einzige Hilfe".
  • Geheimhaltung: Sie sollen niemandem davon erzählen, nicht mal Nachbarn oder Familie.
  • Übergabe von Bargeld oder Wertsachen an eine fremde Person oder einen „Boten".
  • Identität nicht überprüfbar: Der angebliche Angehörige ist nicht direkt erreichbar.
  • KI-Stimme: Die Stimme klingt bekannt, aber der Tonfall, die Wortwahl oder Kleinigkeiten wirken seltsam.

Testen Sie sich selbst

Nur wer vorbereitet ist, handelt im Ernstfall richtig.

Jetzt üben
Was tun?

So reagieren Sie richtig beim Schockanruf

Wer bei einem Schockanruf auflegt oder sich täuschen lässt, macht nichts falsch — die Betrüger setzen gezielt auf Panik. Diese Schritte helfen jetzt.

  1. Auflegen. Sofort und ohne schlechtes Gewissen. Ein echter Notfall lässt sich nachher immer noch klären.
  2. Direkt zurückrufen: unter der gespeicherten, bekannten Nummer der Person, nicht unter der Nummer, von der angerufen wurde.
  3. Kein Geld übergeben oder überweisen, bevor Sie die Person persönlich gesprochen haben.
  4. Vertrauensperson anrufen: Sprechen Sie sofort mit jemandem, dem Sie vertrauen.
  5. Anzeige erstatten: Notieren Sie die Nummer und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und melden Sie die Nummer bei der Bundesnetzagentur.
Wichtig: Kein echter Angehöriger und keine seriöse Stelle verlangt unter Druck und Geheimhaltung eine sofortige Geldübergabe per Telefon. Legen Sie auf und rufen Sie die Person unter ihrer bekannten Nummer selbst zurück.

Häufige Fragen zum Schockanruf

Wie kann ich sicher sein, ob wirklich mein Angehöriger anruft?

Nennen Sie keinen Namen und lassen Sie sich nicht drängen. Legen Sie auf und rufen Sie die Person unter ihrer bekannten, gespeicherten Nummer zurück. Ein echter Angehöriger hat dafür Verständnis.

Was tue ich, wenn ich bereits Geld übergeben oder überwiesen habe?

Erstatten Sie Anzeige. Informieren Sie Ihre Bank. Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen — ein Fehler ist kein Grund für Scham.

Wie kann ich meine Eltern oder Großeltern schützen?

Vereinbaren Sie ein geheimes Codewort. Üben Sie gemeinsam den richtigen Umgang mit verdächtigen Anrufen. Und machen Sie klar: Immer auflegen und zurückrufen ist keine Unhöflichkeit.

Mehr zum Thema

Kennen Sie schon die Variante mit per KI geklonter Stimme oder den verwandten Anruf durch einen falschen Polizisten? Sprechen Sie mit Eltern oder Großeltern darüber, bevor der Ernstfall eintritt: Für die Familie bietet dafür passendes Material. Lernen Sie weitere aktuelle Betrugsmaschen kennen: Aktuelle Betrugsmaschen im Überblick. Was tun, wenn es bereits passiert ist? Soforthilfe bei Betrug. Testen Sie Ihr Wissen im kostenlosen Übungspostfach.